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Informationstafel TIEFER GEORG-STOLLEN.
ANGEFANGEN D. 26. JUL. 1777

Vorne: Kunstradstube am Knesebeck-Schacht in Bad Grund, Reddewig 1859

Der Tiefe Georg Stollen
Kunstradstube am Knesebeck-Schacht in Bad Grund, Reddewig 1859Eines der großen Probleme des Oberharzer Bergbaues war das Wasser, das in die Gruben einsickerte. Es behinderte oder verhinderte den Abbau der Erze. Deshalb wurde auf jedem Gangzug, auf dem Bergbau betrieben wurde, mindestens ein Wasserlösungsstollen angelegt, damit das eingesickerte Wasser frei ausfließen konnte.Mundloch Tiefer Georg Stollen
Solange kein Stollen dieser Art vorhanden war oder wenn die Bergbauschächte unter dessen Niveau abgesenkt wurden, mußte das Sickerwasser herausgepumpt werden.
Zu diesem Zweck wurden umfangreiche Teich-, Graben- und Stollensysteme angelegt, um mit Hilfe von Wasserrädern Pumpen anzutreiben (Wasser durch Wasser heben).
Markscheidetafel mit Nameskürzeln. Foto: Michael Pfefferkorn, Halle Nachdem die örtlichen Möglichkeiten der Wassererschließung nach dem damaligen Stande der Technik auf dem Oberharz erschöpft waren und auch die Fernwasserversorgung über das Dammgraben- System keine Lösung des weiter wachsenden Energiebedarfes versprach, beschloß man, durch tiefe Wasserlösungsstollen, die vom Harzrand aus vorgetrieben wurden, den Energie-, d.h. den Wasserbedarf trotz des sich weiter ausdehnenden Bergbaues zu reduzieren. Der Stolleneingang ist das Mundloch des Tiefen Georg Stollens.
Abteufen

Er wurde von 1777 bis1799 aufgefahren, um das Entwässerungsniveau für die Gruben um Clausthal und Zellerfeld um rd. 100 m zu senken. Deren eingesickertes Wasser brauchte nun rd. 100 m weniger hochgepumpt zu werden, wodurch Energie, d.h. Antriebswasser, gespart werden konnte. Der Stollen ist einschließlich der Flügelörter 26 km lang.


Tafel zum Besuch von Prinz Friedrich von England. Foto: Michael Pfefferkorn, HalleAm 15. Juni 1781 weilte Prinz Friedrich von England, Fürst-Bischof zu Osnabrück und späterer Herzog von York, in der Bergstadt. Er besichtigte den Bau des „Tiefen - Georg - Stollens“. Am Stollenende bohrte der Prinz wie ein Bergmann ein Loch in das Gestein. Dieses Bohrloch ist später zum Andenken aus dem Gestein herausgehauen und als Gedenkstein im Stollen eingemauert worden.

Anlässlich dieses Besuches findet sich im Mundlochbereich des Tiefen Georg Stollens im Harz die abgebildete Erinnerungstafel (Bild links) . Der schwer lesbare Text lautet:

IHRO KÖNIGL. HOHEIT
DER PRINZ FRIEDRICH VON ENGLAND
PRINZ BISCHOF ZU OSNABRÜCK
GERUHETEN IN HOHER PERSON
DEN TIEFEN GEORG S(TOLLEN) ZU BEFAHR(EN)
DEN 15TEN JUNIU(S 1781)
(GLÜCK AUF)

Der letzte Teil ist beschädigt bzw. nicht sichtbar.

Foto: Michael Pfefferkorn, Halle- Im Ernst-August-Stollen findet sich eine weitere Tafel
"Anfang am 1ten April 1871", (rechts) die den Ort und den Zeitpunkt des Beginns der Auffahrung des Lautenthaler Flügelorts angibt..
Am 5. September 1799 gelang endlich der so sehnlichst gewünschte letzte Durchschlag des „Tiefen-Georg-Stollens“. Er wurde durch den lauten Donner von Kanonen verkündet. Der Stollen war nach nur 22 Jahren Bauzeit fertiggestellt worden. Der „Tiefe-Georg-Stollen“ war für den gesamten Harz ein bedeutender Schritt im Bergbau. Am 15. September 1799 fand die feierliche Einweihung des „Tiefen-Georg-Stollens“ statt. Die Zahl der Zuschauer, belief sich auf rund 6000. Sie setzte sich aus den Einheimischen, sowie zum großen Teil aus Bergleuten, die mit ihren Familien aus den umliegenden Bergstädten angereist waren, zusammen. Das Ereignis war für den gesamten Harz dermaßen von Bedeutung, dass zur Feier des Tages die Kirchenglocken geläutet und Kanonen abgefeuert wurden.

Am 16. Juni 1524 gab Herzog Heinrich der Jüngere die erste Bergordnung für Grund heraus. Danach stand es nun jedermann frei, am Iberge auf Eisenstein zu bauen und neue Gruben anzulegen. Es war dem Bergamte nur Meldung zu erstatten. Von der Ausbeute musste der zehnte Teil abgegeben werden.

Vom 13. bis 14. August 1784 weilte der „Dichterfürst“ Johann -Wolfgang von Goethe auf seiner 3. Harzreise, in den Mauern unseres Harzstädtchens und fuhr mit dem Vizeberghauptmann von Trebra aus Zellerfeld in den „Magdeburger Stollen“ ein.
Am 22. Juni 1864 wurde nach einer Arbeit von 12 Jahren und 11 Monaten das technische Riesenwerk des Ernst-August-Stollens, der eine Länge von 30 Kilometern hat, fertiggestellt. Der Stollen, der zwischen Clausthal-Zellerfeld und Gittelde verläuft, hat die bedeutende Aufgabe, die Grubenwasser aller Oberharzer Gruben zu sammeln und abzuführen.

WASSERWANDERWEG
entlang ehemaliger Grubenanlagen
(W. Rögner) Ein ca. 5km langer Wanderweg führt entlang ehemaliger Grubenanlagen im Grundner Bergbaurevier,
die auf Wasser als Energieträger angewiesen waren.
Längs des Weges weisen Informationstafeln auf die entsprechenden Anlagen hin.
Der Weg beginnt - will man dem Lauf des Wassers an verrohrten Gräben, Wasserläufen, Stollen,
Lichtlöchern und Schächten folgen - oberhalb der Schachtanlage Wiemannsbucht und endet
an der 1992 stillgelegten Grube Hilfe Gottes.
Eine Besonderheit auf dem Weg des Wassers ist die 1834 erstmals im Oberharz mit Erfolg gelungene Talquerung unter Verwendung von Rohren und unter Nutzung des physikalischen Prinzips kommunizierender Rohre.
Oberhalb des Friedhofs liegt die Stelle, von der aus das Wasser auf die gegenüberliegende Seite des Knollens geleitet wurde.
Bis zur Einstellung des Bergbaus in Bad Grund konnte auf diesem Weg der Grube Hilfe Gottes das Betriebswasser in ausreichender Menge (11m³ pro Minute) zugeführt werden.
Übersicht der Stollen:
  • Schulte Stollen 1838 - 1.220m von der Innerste zur Wiemannsbucht (Bad Grund)
  • Oberer Eichelberger Wasserlauf 1889 - 1.110m von Wiemannsbucht bis Schönhofsblick
  • Unterer Eichelberger Wasserlauf 1855 - 230m Ableitung vom Knesebeckschacht
  • Wasserversorgung aus dem Innerstetal
    begann 1777 mit dem Bau von Gruben, die in ihrer Lage durch die Paßhöhe Taternplatz bestimmt waren. Teure Stollen sollten vermieden werden. Ein Graben begann im Kreuzbachtal, ein anderer mit einer Länge von 6,7km am Oberen Hahnebalzer Teich. Sie sollten das Antriebswasser zur Abteufung des 4. und 5. Lichtloches des Tiefen Georg Stollens und für dessen Wassererhaltung während der Bauzeit heranführen.
    Klick für großes FotoDer Ob. Hahnebalzer Teich ist um 1683 für die Wasserversorgung der Pochwerke im Innerstetal angelegt worden. Nachdem der Schulte Stollen in Betrieb war, konnte der Hahnebalzer Graben, der erheblichen Unterhaltungsaufwand erforderte, aufgegeben ("abgeworfen") werden.
    Zur Website der Harzwasserwerke
    Klick für großes FotoDer Schulte Stollen
    transportierte Wasser aus der Innerste in das Grundner Tal, weil Wasser örtlich nicht ausreichend genug erschlossen werden konnte. Ein früherer vom Innerstelal her als "Pelikaner Suchort" zur Erzerkundung vor 1690 angelegter Stollen lag höhenmäßig so günstig, daß er durch einen Gegenstollen von dieser Seite her 1838 zu einer 1,3km langen Wasserüberleitung gemacht werden konnte.
    Die hier sichtbare Bohlenbahn auf alten Grubengleisen nannte man eine "Tretanlage". Sie wurde eingebaut, damit Bergleute aus Clausthal auf kurzem Wege trockenen Fußes zur Arbeit gelangen konnten. Auch die "Kiepenfrauen" aus dem Harzvorland benutzten sie! Nach rechts setzt sich der Stollen in einem 350m langen Graben bis zum ehemaligen Schacht Wiemannsbucht fort. Für den Winterbetrieb war er "zugedeckelt".
    Siehe auch: Harzwasserwerke (externer Link)

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    Siehe auch: Bergbau Anno dazumal | Bergbau von W.Wagener | Förderverein | Knappen & Bergdankfest
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