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TIEFER
GEORG-STOLLEN.
ANGEFANGEN D.
26. JUL. 1777

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Der Tiefe
Georg Stollen
Eines
der großen Probleme des Oberharzer Bergbaues war das Wasser, das
in die Gruben einsickerte. Es behinderte oder verhinderte den Abbau der
Erze. Deshalb wurde auf jedem Gangzug, auf dem Bergbau betrieben wurde,
mindestens ein Wasserlösungsstollen angelegt, damit das eingesickerte
Wasser frei ausfließen konnte.
Solange
kein Stollen dieser Art vorhanden war oder wenn die Bergbauschächte
unter dessen Niveau abgesenkt wurden, mußte das Sickerwasser herausgepumpt
werden.
Zu
diesem Zweck wurden umfangreiche Teich-, Graben- und Stollensysteme angelegt,
um mit Hilfe von Wasserrädern Pumpen anzutreiben (Wasser durch Wasser
heben).
Nachdem die örtlichen Möglichkeiten der Wassererschließung
nach dem damaligen Stande der Technik auf dem Oberharz erschöpft waren
und auch die Fernwasserversorgung über das Dammgraben- System keine
Lösung des weiter wachsenden Energiebedarfes versprach, beschloß
man, durch tiefe Wasserlösungsstollen, die vom Harzrand aus vorgetrieben
wurden, den Energie-, d.h. den Wasserbedarf trotz des sich weiter ausdehnenden
Bergbaues zu reduzieren. Der Stolleneingang ist das Mundloch des Tiefen
Georg Stollens.
Er
wurde von 1777 bis1799 aufgefahren, um das Entwässerungsniveau für
die Gruben um Clausthal und Zellerfeld um rd. 100 m zu senken. Deren eingesickertes
Wasser brauchte nun rd. 100 m weniger hochgepumpt zu werden, wodurch Energie,
d.h. Antriebswasser, gespart werden konnte. Der Stollen ist einschließlich
der Flügelörter 26 km lang. |
Am
15. Juni 1781 weilte Prinz Friedrich von England, Fürst-Bischof zu
Osnabrück und späterer Herzog von York, in der Bergstadt. Er
besichtigte den Bau des „Tiefen - Georg - Stollens“. Am Stollenende bohrte
der Prinz wie ein Bergmann ein Loch in das Gestein. Dieses Bohrloch ist
später zum Andenken aus dem Gestein herausgehauen und als Gedenkstein
im Stollen eingemauert worden.
Anlässlich
dieses Besuches findet sich im Mundlochbereich des Tiefen
Georg Stollens im Harz die abgebildete
Erinnerungstafel (Bild links) . Der schwer lesbare Text lautet:
IHRO
KÖNIGL. HOHEIT
DER
PRINZ FRIEDRICH VON ENGLAND
PRINZ
BISCHOF ZU OSNABRÜCK
GERUHETEN
IN HOHER PERSON
DEN
TIEFEN GEORG S(TOLLEN) ZU BEFAHR(EN)
DEN
15TEN JUNIU(S 1781)
(GLÜCK
AUF)
Der
letzte Teil ist beschädigt bzw. nicht sichtbar. |
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Im
Ernst-August-Stollen
findet sich eine weitere Tafel
"Anfang
am 1ten April 1871", (rechts) die den Ort und den Zeitpunkt des Beginns
der Auffahrung des Lautenthaler Flügelorts angibt..
Am
5. September 1799 gelang endlich der so sehnlichst gewünschte letzte
Durchschlag des „Tiefen-Georg-Stollens“. Er wurde durch den lauten Donner
von Kanonen verkündet. Der Stollen war nach nur 22 Jahren Bauzeit
fertiggestellt worden. Der „Tiefe-Georg-Stollen“ war für den gesamten
Harz ein bedeutender Schritt im Bergbau. Am 15. September 1799 fand die
feierliche Einweihung des „Tiefen-Georg-Stollens“ statt. Die Zahl der Zuschauer,
belief sich auf rund 6000. Sie setzte sich aus den Einheimischen, sowie
zum großen Teil aus Bergleuten, die mit ihren Familien aus den umliegenden
Bergstädten angereist waren, zusammen. Das Ereignis war für den
gesamten Harz dermaßen von Bedeutung, dass zur Feier des Tages die
Kirchenglocken geläutet und Kanonen abgefeuert wurden.
Am
16. Juni 1524 gab Herzog Heinrich der Jüngere die erste Bergordnung
für Grund heraus. Danach stand es nun jedermann frei, am Iberge auf
Eisenstein zu bauen und neue Gruben anzulegen. Es war dem Bergamte nur
Meldung zu erstatten. Von der Ausbeute musste der zehnte Teil abgegeben
werden.
Vom
13. bis 14. August 1784 weilte der „Dichterfürst“ Johann -Wolfgang
von Goethe auf seiner 3. Harzreise, in den Mauern unseres Harzstädtchens
und fuhr mit dem Vizeberghauptmann von Trebra aus Zellerfeld in den „Magdeburger
Stollen“ ein.
Am 22. Juni 1864
wurde nach einer Arbeit von 12 Jahren und 11 Monaten das technische Riesenwerk
des Ernst-August-Stollens, der eine Länge von 30 Kilometern hat, fertiggestellt.
Der Stollen, der zwischen Clausthal-Zellerfeld und Gittelde verläuft,
hat die bedeutende Aufgabe, die Grubenwasser aller Oberharzer Gruben zu
sammeln und abzuführen. |
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WASSERWANDERWEG
entlang
ehemaliger Grubenanlagen
(W.
Rögner) Ein ca. 5km langer Wanderweg führt
entlang ehemaliger Grubenanlagen im Grundner Bergbaurevier,
die
auf Wasser als Energieträger angewiesen waren.
Längs
des Weges weisen Informationstafeln auf die entsprechenden Anlagen hin.
Der
Weg beginnt - will man dem Lauf des Wassers an verrohrten Gräben,
Wasserläufen, Stollen,
Lichtlöchern
und Schächten folgen - oberhalb der Schachtanlage Wiemannsbucht und
endet
an
der 1992 stillgelegten Grube Hilfe Gottes.
Eine
Besonderheit auf dem Weg des Wassers ist die 1834 erstmals im Oberharz
mit Erfolg gelungene Talquerung unter Verwendung von Rohren und unter Nutzung
des physikalischen Prinzips kommunizierender Rohre.
Oberhalb
des Friedhofs liegt die Stelle, von der aus das Wasser auf die gegenüberliegende
Seite des Knollens geleitet wurde.
Bis
zur Einstellung des Bergbaus in Bad Grund konnte auf diesem Weg der Grube
Hilfe Gottes das Betriebswasser in ausreichender Menge (11m³ pro Minute)
zugeführt werden.
Übersicht
der Stollen:
Schulte
Stollen 1838 - 1.220m von der Innerste zur Wiemannsbucht (Bad Grund)
Oberer
Eichelberger Wasserlauf 1889 - 1.110m von Wiemannsbucht bis Schönhofsblick
Unterer
Eichelberger Wasserlauf 1855 - 230m Ableitung vom Knesebeckschacht
Wasserversorgung
aus dem Innerstetal
begann
1777 mit dem Bau von Gruben, die in ihrer Lage durch die Paßhöhe
Taternplatz bestimmt waren. Teure Stollen sollten vermieden werden. Ein
Graben begann im Kreuzbachtal, ein anderer mit einer Länge von 6,7km
am Oberen Hahnebalzer Teich. Sie sollten das Antriebswasser zur Abteufung
des 4. und 5. Lichtloches des Tiefen Georg Stollens und für dessen
Wassererhaltung während der Bauzeit heranführen.
Der
Ob. Hahnebalzer Teich ist um 1683 für die Wasserversorgung der Pochwerke
im Innerstetal angelegt worden. Nachdem der Schulte Stollen in Betrieb
war, konnte der Hahnebalzer Graben, der erheblichen Unterhaltungsaufwand
erforderte, aufgegeben ("abgeworfen") werden.
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Der
Schulte Stollen
transportierte
Wasser aus der Innerste in das Grundner Tal, weil Wasser örtlich nicht
ausreichend genug erschlossen werden konnte. Ein früherer vom Innerstelal
her als "Pelikaner Suchort" zur Erzerkundung vor 1690 angelegter Stollen
lag höhenmäßig so günstig, daß er durch einen
Gegenstollen von dieser Seite her 1838 zu einer 1,3km langen Wasserüberleitung
gemacht werden konnte.
Die
hier sichtbare Bohlenbahn auf alten Grubengleisen nannte man eine "Tretanlage".
Sie wurde eingebaut, damit Bergleute aus Clausthal auf kurzem Wege trockenen
Fußes zur Arbeit gelangen konnten. Auch die "Kiepenfrauen" aus dem
Harzvorland benutzten sie! Nach rechts setzt sich der Stollen in einem
350m langen Graben bis zum ehemaligen Schacht Wiemannsbucht fort. Für
den Winterbetrieb war er "zugedeckelt".
Siehe
auch: Harzwasserwerke
(externer Link) |
Ein
besonderes Kapitel haben wir der Druckluftgewinnung NUR mit Wasser
und Luft gewidmet. Schauen Sie hier:
Der
Hydrokompressorenturm
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Siehe
auch: Bergbau
Anno dazumal |
Bergbau
von W.Wagener |
Förderverein
| Knappen
& Bergdankfest
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