Im
Uhrenmuseum von Bad Grund wird die Geschichte der Zeitmessung dargestellt
Wo
es rund um die Uhr tickt...
  Torge
Berger, Uhrenmachermeister, vor einer Kastenuhr aus dem Jahr 1740 mit Glockenspiel.
Gebaut wurde sie von Jan Heyer und stammt aus Amsterdam. Foto:
Natalie Bornemann (nza).
 Bad
Grund (nza). Betritt man das ehemalige Kurhaus in der Bad Grundner Elisabethstraße
hört man es ticken, rascheln, klingeln und läuten – und das,
im wahrsten Sinne des Wortes, rund um die Uhr. Dort wo sich einst Kurgäste
tummelten, befindet sich heute eine der größten Uhrensammlungen
Deutschlands. Sie gehört Familie Berger, die vor 25 Jahren aus ihrer
Sammlung ein Museum gemacht hat. „Meine Eltern haben schon vor 50 Jahren
mit dem Sammeln angefangen“, erzählt Torge Berger. Der Uhrenmachermeister
ist derjenige, der die Besucher des Museums empfängt, ihnen den Rundgang
erklärt und in seiner Werkstatt, vor den neugierigen Blicken der Gäste,
Uhren repariert und restauriert.
 Zu
sehen gibt es im Uhrenmuseum in Bad Grund eine ganze Menge. Es beginnt
bei den Anfängen der Zeitmessung, bei den Elementaruhren, und reicht
bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Von Armbanduhren, Schiffs-
und Präzisionsuhren über Schwarzwalduhren bis hin zu Taschenuhren
ist alles vertreten, was man sich vorstellen kann – oder auch nicht. So
gab es in vergangenen Tagen beispielsweise spezielle Ablagen für Taschenuhren,
teilweise sogar mit Beleuchtung. „Damit die Menschen auch nachts sehen
konnten wie spät es ist“, erklärt Berger.
 Das
älteste Exponat stammt aus dem 15. Jahrhundert: eine Uhr ohne Ziffernblatt.
„Man konnte eben nur schätzen, wie spät es ist. Für die
damalige Zeit war das aber schon eine große technische Leistung“,
sagt der Uhrenmachermeister. Die 1 600 Exponate sind im Uhrenmuseum auf
einer Fläche von 800 Quadratmetern ausgestellt und stammen aus unterschiedlichen
Stilepochen – von der Gotik bis in die Gründerzeit. Die Uhren stammen
aus ganz Europa und sind auf zwei Ebenen ausgestellt. Im oberen Bereich
sind, neben dem Museumscafé, die Turmuhren zu finden. Die Sammlung
der Bergers ist die größte in Deutschland. „Heute bekommt man
solche Turmuhren so gut wie gar nicht mehr. Die meisten sind direkt aus
Kirchtürmen ausgebaut“, meint Berger.
 Pro
Jahr besuchen etwa 8 000 Gäste das Bad Grundner Uhrenmuseum. Sie können
sich allein im Museum umsehen oder an einer Führung teilnehmen und
viel Wissenswertes über die Zeitmessung vergangener Tage erfahren.
Auch werden im Rahmen der Führungen beispielsweise Glockenspiele präsentiert.
Wie
alle anderen touristischen Einrichtungen in Bad Grund und im gesamten Harz,
ist auch das Uhrenmuseum bemüht, seinen Gästen etwas zu bieten.
Aus diesem Grund beteiligen sich die Bergers an der „HarzCard“. „Andreas
Lehmberg vom Harzer Verkehrsverband ist an uns herangetreten, hat uns das
Projekt vorgestellt und uns ein Angebot gemacht“, erzählt er. Der
Marketingfaktor habe ihn letztlich überzeugt. „Für die ‚HarzCard‘
wird überregional geworben“, sagt Berger. Außerdem sei die Resonanz
gut, die Gäste zufrieden. Und auch die Beteiligung des Höhleninformationszentrums
an der „HarzCard“ sei für die Bergers ein Grund gewesen, ebenfalls
mitzumachen.
Vielleicht
kommen die Gäste aus der Höhle anschließend in den Ort
und besuchen dann auch das Uhrenmuseum, hören es ticken, rascheln,
klingeln und läuten. |